Dezentralisierte Justiz #13
Replies: 2 comments 1 reply
-
|
Ich finde die Idee eigentlich toll, dass der Zugang zum Recht auch in Angelegenheiten mit kleinem Streitwert verbessert werden soll. Aber was sind kleine Streitwerte? Bis zu welchem Betrag? In allen Angelegenheiten? Worin besteht die Verbesserung? Nach Art. 210 Abs. 1 lit. c ZPO kann die Schlichtungsbehörde in vermögensrechtlichen Streitigkeiten bis CHF 10'000.- einen Entscheidvorschlag machen. Bis CHF 2'000.- kann sie auf Antrag entscheiden (Art. 212 ZPO). Die Kosten sind oft sehr tief. Im Regelfall im Kanton Graubünden zwischen CHF 300.- und CHF 3'000.-; ausnahmsweise bis zum Doppelten der Höchstgebühr. Thematisch ist die Tätigkeit der Schlichtungsbehörde sehr breit. Für eine KI muss ein gutes Mengengerüst vorhanden sein. Das dürfte nicht auf der ganzen Breite möglich sein. Also ist die Expertentätigkeit im Vordergrund. Dass die dann wesentlich günstiger ist als die Schlichtungsbehörde, kann ich mir kaum vorstellen. Ein Unterschied könnte darin bestehen, dass für die Schlichtung die Videokonferenz nicht vorgesehen ist (Art. 141a und 141b ZPO). Das Schiedsgericht hätte durch den Einsatz von Videokonferenzen einen zentralen Vorteil. Der Basler und die Appenzellerin treffen sich beim Glarner Schiedsgericht. Das setzt in technischer Hinsicht einiges voraus. Aber das kommt je länger je besser. Punkto Beweismittel ist das Vorgehen einschränkend - eher kein Gutachten, eher kein Augenschein, eher keine Personenbefragungen. Das läuft praktisch auf einen Urkundenprozess hinaus. Und was darf es kosten? Aber so könnte eine Plattform - ein digitales Ökosystem - entwickelt werden, die Experten und schiedswillige Personen virtuell zusammenführt. Spannend wäre ja auch, welche Expertin ich bekomme und wie ich weiss, dass diese Person überhaupt erfahren ist. Wer macht das Rating? Und gibt es da einen Preisunterschied bei verschiedenen Ratings? Bekomme ich für CHF 500.- zeitlich unlimitiert die Verhandlung? Oder ist die Sprechzeit jeder Partei begrenzt? Zielführender wäre vllt auch, das Ganze zuerst thematisch sehr eingeschränkt als PoC steigen zu lassen. |
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
-
|
Open Legal Lab.pptx |
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
Uh oh!
There was an error while loading. Please reload this page.
-
Dieses Projekt zielt darauf ab, den Zugang zum Recht für Streitigkeiten mit geringem Streitwert zu verbessern. Der Gang vor Gericht lohnt sich für viele Betroffene erst ab hohen Summen, sodass kleinere Streitfälle oft ungelöst bleiben.
Die Lösung kombiniert künstliche Intelligenz (KI) mit juristischer Expertise, um effiziente und kostengünstige Entscheidungen zu ermöglichen. Die KI analysiert die Eingaben der Parteien, fasst Argumente zusammen und bereitet die relevanten Informationen vor, sodass Juristen oder Experten den Fall nur noch kurz prüfen und final entscheiden müssen. Alternativ kann ein hybrides Modell eingesetzt werden, bei dem zwei Experten und eine KI gemeinsam einen Entscheid treffen. Gängige AI-Tools sind in der Lage dies zu leisten (Dokumenten-Erkennung, Analyse, etc.), sie müssten entsprechend angewiesen werden (Systemprompt?), um die erwünschten Resultate zu generieren. Auch braucht das Tool ein Interface für die Nutzer und die Experten/Juristen.
Der resultierende Schiedsspruch ist endgültig und bindend, was bedeutet, dass er nicht mehr gerichtlich angefochten werden kann. Damit dies juristisch tragfähig ist, erfordert das Projekt eine rechtliche Überprüfung und eine technische Umsetzung, die eine faire und transparente Streitbeilegung sicherstellt.
Beta Was this translation helpful? Give feedback.
All reactions